© Tatjana Bielke: Forschenden der Projekte "ARES", "NAMPAR" und "EX Tassay"
Mrz
28
2019

Der 1. Preis des Validierungspreises des BMBF geht an das Projekt ARES

Beitrag des KITs und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung

Die Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung lädt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen ein, aus der Welt der Forschung heraus den ersten Schritt in Richtung wirtschaftlicher Wertschöpfung oder gesellschaftlicher Anwendung zu gehen. Dabei soll das Innovationspotenzial von Forschungsergebnissen geprüft und nachgewiesen sowie mögliche Anwendungsbereiche erschlossen werden. Über VIP+ und die Vorgängermaßnahme VIP wurden seit 2010 weit über 200 Projekte gefördert. Die erfolgreichsten dieser Projekte werden mit drei Validierungspreisen ausgezeichnet. Das Forschungsvorhaben „Air-Retaining Surfaces“ (ARES) wurde am 26. März 2019 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Michael Meister mit dem 1. Platz des Validierungspreises des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „aufgrund seiner außerordentlichen Erfolge in Bezug auf die Verwertung der Ergebnisse aus dem abgeschlossenen Validierungsvorhaben ARES durch die Weiterentwicklung im EU-Projekt AIRCOAT“ ausgezeichnet.

Das Projekt „ARES“ des Karlsruher Instituts für Technologie, der Universität Bonn und der Universität Rostock, zeigt, dass der weltweite Verbrauch von Schifftreibstoff zukünftig mit Hilfe eines natürlichen Phänomens stark reduziert werden kann. Die Projektpartner nutzten dabei den sogenannten „Salvinia-Effekt“ – die Fähigkeit eines Schwimmfarns, dauerhaft eine Luftschicht unter Wasser zu halten. Schiffsrümpfe können mit einer Lufthülle überzogen werden, die die Oberflächenreibung zwischen Schiffsrumpf und Wasser vermindert. Die Emissionen des Schiffverkehrs können so um über 10 Prozent reduziert werden. Die Projektnehmer konnten ihre Ergebnisse in das EU-Projekt AIRCOAT einbringen, in dem das neue Oberflächenmaterial jetzt auch im Verbund mit Reedereien in der Praxis getestet wird.

Auf der Basis solcher unter Wasser permanent lufthaltender Oberflächen („AirCoating Technologie“) sollen neuartige bionische Schiffsbeschichtungen entstehen, bei denen das Schiff unter Wasser mit einer Schmierschicht aus Luft umhüllt wird. Die neue, umweltfreundliche Technologie bietet ein enormes Potenzial für die Reibungsreduktion, liefert zugleich die Basis für ein umweltfreundliches „Antifouling“ ohne Freisetzung von Gift ins Meer und bietet zusätzlich Korrosionsschutz. Bislang werden beim Antifouling die Schiffsrümpfe mit schwermetallhaltigen Farben behandelt, um den Bewuchs mit Algen und Muscheln zu verhindern.

Die AirCoating-Technologie wird derzeit systematisch weiterentwickelt: Im EU-Projekt AIRCOAT, das Nanotechnologie-Experte Thomas Schimmel wissenschaftlich koordiniert, setzen die Partner die Haltung von Luftschichten auf Oberflächen unter Wasser durch ein selbstklebendes Foliensystem um. Insgesamt sind an dem von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Horizon 2020 geförderten Projekt zehn Forschungsgruppen beteiligt. In einem von der Baden-Württemberg Stiftung geförderten und ebenfalls von Schimmel geleiteten Projekt wird derzeit am KIT das Potenzial weiterer Anwendungen der AirCoating-Technologie erforscht. Außerdem entstand aus dem KIT die Ausgründung ACT Aircoating Technologies GmbH, um die neue Technologie in den Markt einzuführen. Auf der kommenden Hannover Messe präsentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von AIRCOAT nun den Demonstrator einer selbstklebenden Folie, die auf den Schiffsrumpf aufgebracht wird.

Zum Validierungspreis:

Die Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung lädt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen ein, aus der Welt der Forschung heraus den ersten Schritt in Richtung wirtschaftlicher Wertschöpfung oder gesellschaftlicher Anwendung zu gehen. Dabei soll das Innovationspotenzial von Forschungsergebnissen geprüft und nachgewiesen sowie mögliche Anwendungsbereiche erschlossen werden. Über VIP+ und die Vorgängermaßnahme VIP wurden seit 2010 weit über 200 Projekte gefördert. Die erfolgreichsten dieser Projekte werden mit drei Validierungspreisen ausgezeichnet. Das Forschungsvorhaben „Air-Retaining Surfaces“ (ARES) wurde am 26. März 2019 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Michael Meister mit dem 1. Platz des Validierungspreises des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „aufgrund seiner außerordentlichen Erfolge in Bezug auf die Verwertung der Ergebnisse aus dem abgeschlossenen Validierungsvorhaben ARES durch die Weiterentwicklung im EU-Projekt AIRCOAT“ ausgezeichnet. „Alle drei Projekte gehen unterschiedliche Verwertungswege. Die ausgezeichneten Projekte eint, dass ihre Ergebnisse rasch für die Bürgerinnen und Bürger zur Wirkung gebracht werden. Damit sind sie Vorbilder im Sinne unserer Maßnahme”, so Meister bei der Preisverleihung.

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